Du fragst dich zu Recht, was hat die Angst vor dem Corona Virus mit kitesurfen zu tun? Es geht um drei wesentliche Dinge:

1, Konzentration

2, Loslassen

3, Annehmen

Ende Februar war ich auf Teneriffa in El Medano, um mich meiner persönlichen Challenge zu stellen und Kitesurfen zu lernen. Ich wollte das schon lange, doch wie das Leben so spielt, immer kam etwas dazwischen: einmal war kein Geld für den Kurs da, dann hatte ich keine Kinderbetreuung, dann fehlte die Zeit, ein andermal war es windstill. Irgendwann meinte ich, dass es mich nicht mehr interessiert. In Wirklichkeit beschlich mich eine leise Angst und ich fühlte mich zu alt, bzw hatte Angst vor der Herausforderung. Doch diesen Februar 2020 war es soweit, ich stellte mich meiner persönlichen Challenge es zu wagen.

3 wichtige Dinge

konzentrieren:

Beim Kiten ist der Wind dein Mitspieler oder Gegenspieler, je nachdem wie du es betrachtest. Also deine volle Konzentration ist gefragt, um deinen Drachen hoch oben am Himmel, im Wind zu dirigieren und zu balancieren. Natürlich ist es Übung, doch ich merkte sofort, wenn meine Konzentration nachließ, machte der Drachen, was er wollte bzw. der Wind spielte mit meinem Drachen. Ein super Tool, um abzuschalten, denn du darfst all deine Gedanken gehen lassen und dich nur auf den Drachen konzentrieren, sonst hast du keinen Erfolg.

loslassen:

Mein Kite Lehrer Philip, vielen Dank an ihn für seine Geduld, bläute mir von Anfang an ein: Bei Gefahr – Loslassen! Wenn etwas ist, den Schirm loslassen. Du hast keine Chance gegen den Wind, der zieht dich weg, so schnell kannst du gar nicht schauen. Also loslassen. Wie ist es denn sonst im Leben? Wir krallen uns ja sehr gerne fest an unsere Gedanken oder auch Gewohnheiten. Verbeißen uns manchmal sogar, wenn etwas Außernatürliches passiert. Glauben, wenn wir zupacken, behalten wir die Kontrolle! Doch loslassen ist die Devise! Nur durch loslassen bekommst du wieder Oberhand, loslassen rettet dich.

annehmen:

Mit dem Schirm ins Meer zu gehen war die nächste Herausforderung. Die Wellen schlugen mir entgegen und warm war das Wasser auch durch den Neoprenanzug nicht. „Warum ist das Meerwasser auch so salzig? “  Meine Töchter amüsierten sich am Telefon über meine Erzählungen, wie viel Meerwasser ich denn geschluckt hatte und wie viele Nasenduschen ich bekommen hatte. (In Zeiten von Corona gar nicht schlecht), denn ich war in letzter Zeit mit meiner Familie wirklich nur ins Wasser gegangen, wenn es warm war. Gut das konnte ich mir jetzt nicht mehr aussuchen und deshalb habe ich mich den Wellen gestellt.

Am Anfang funktionierte gar nichts! Jede Welle kam mir mit so einer Kraft entgegen, wusch niedergedrückt und Wasser geschluckt. Diesmal dagegen stemmen, doch die Welle war stärker! „Oh Gott, was habe ich mir da angetan! Was für eine blöde Idee, das jetzt noch lernen zu wollen.“ 🙂 Doch weiter und plötzlich auf einmal konnte ich die Wellen annehmen. Du entwickelst ein Gefühl und bist nicht mehr gegen die Welle, sondern du kannst die Kraft der Welle nützen und es wird leichter. Annehmen.

Von der Sonne in die Virus Angst

Zurück aus der Sonne war klar, die Situation verschärft sich auch in Österreich schneller, als uns lieb ist.
Dann kam schon die Meldung, dass die Geschäfte schließen müssen, außer Grundversorger, dazu zählen auch Apotheken. Seither bin ich mit kleinen Ausnahmen durchgehend in der Apotheke wortwörtlich an der Front gestanden. d.h. Mein Team und ich haben Leute beraten, aufgeklärt, beschwichtigt, Mut gemacht, beruhigt. Neben unserer pharmazeutischen Beratung hatten wir plötzlich auch sehr viel psychologische Beratung zu bewältigen. Ebenso sehe ich es als meine Aufgabe für mein Team ein Leuchtturm zu sein, denn wenn du als Chefin die Nerven verlierst, geht das Schiff unter. Viele Herausforderung und dazu kam noch, dass unsere Zulieferer Schwierigkeiten hatten, wir wussten nicht, wann die nächste Ware kommt, wann die Leute ihre Bestellung abholen können, was zusätzlich verunsicherte. Und manche Kunden können dich in ihrer Panik, an deine eigenen Grenzen bringen.

Und dann, auch wenn ich glaube, mental sehr stark zu sein, kam die eigenen Angst. Sie schleicht sich ein, ganz langsam, ganz unbemerkt. Denn wenn du müde bist, kommt sie wie schleichendes Gift und breitet sich im Unterbewusstsein aus. Sie macht dir bewusst, dass du an der Front stehst, den Viren ausgeliefert, ausgesetzt unvernünftigen Leuten, die den Ernst der Lage noch immer nicht kapieren. Die Angst um die eigene Familie, die es zu beschützen gilt. Das Gedankenkarusell beginnt sich zu drehen.

Doch eines wurde mir auch in dieser Situation immer mehr klarer.

1, Konzentration,

in diesem Fall nicht auf den Kite Schirm, sondern auf das Positive, auf die netten Kunden, auf die Kunden die sich bei uns bedankt haben, die uns Mut gemacht haben. An die vielen lieben Freunde, die mir geschrieben haben und mich aufgemuntert haben und gefragt haben, wie es mir, uns in der Apotheke geht. Die ihre Hilfe angeboten haben.
Konzentration auf das Positive, auf die Dinge, die auch trotz Ausnahmesituation in der Apotheke gut funktionierten. Auf ein wunderbares Team, das zusammenhält, das sich den Dienst organisiert hat. Auch die Mütter im Team, deren Kinder mittlerweile zu Hause sind, da Schulen und Kindergärten geschlossen haben, haben mich nicht hängen lassen und machen trotzdem Dienst. Trotz Angst, um ihre Gesundheit, um ihre Familie. Also Konzentration auch auf Dankbarkeit!

Gerade in Zeiten wie diesen leg deine Konzentration auf das Positive, auf Dinge, die dich aufbauen, die dir Kraft geben. Auch wenn es noch so herausfordernd ist, irgendwo findest du positive Dinge. Auch eine Ausnahmesituation hat Glücksmomente. Ich weiß es ist verdammt schwer, doch es funktioniert.

2, Loslassen,

Lass los, du kannst die Situation momentan nicht ändern, du kannst dir 100-tausend Berichterstattungen und mehr anschauen. Du kannst selbst analysieren, doch all dies führt nur dazu, dass du dich wahnsinnig machst.
Also lass los! Vielleicht kannst du dich durchringen, nur einmal täglich Nachrichten zu konsumieren. Denn so schnell verändert sich nichts, du verpasst nichts! Also lass los, verglichen mit dem Kiten, wenn du dich nicht loslässt, zieht dich der Wind weg, du verlierst den Boden unter den Füßen. Wenn du jetzt nicht mental, gedanklich loslässt, zieht dir die Angst den Boden unter den Füßen weg. Aufgepasst –  Angst schwächt deinen Körper!
Ich gebe dir recht, momentan ist alles schrecklich, doch es hilft dir nicht weiter, jetzt stündlich die genaue Zahl der Todesopfer zu kennen. Es hilft dir und uns nur weiter wenn wir in unserer Kraft bleiben. Denn das schützt dein Immunsystem. Deine innere Kraft, ich nenne es deine innere Apotheke, stärkt dein Immunsystem. Gib dem Virus keine Angriffsfläche. Lass los und stärke dich dadurch selber.

3, Annehmen

Nimm die Situation an, wie sie ist. Geh nicht in Widerstand. Auch Widerstand kostet Kraft. Diese ewige Fragen: Warum jetzt? Was soll das? Das kann doch nicht sein? Warum diese Verordnungen? Wieder zig Gedankenschleifen, die dir Kraft kosten.
Nimm die Situation an und sie wird dich tragen. Es dauert eine Weile, es ist Übung. Die Gedanken werden dich, wie mich die Wellen noch öfters niederschmeißen. Mit voller Wucht hauen sie dich auf den Boden.
Du fragst warum? Existenzängste schwappen auf! Doch es hilft nichts, dich zu wehren, denn du kannst es jetzt nicht ändern. Wir können die Situation wirklich nur annehmen und lernen mit ihr umzugehen. Zu vertrauen, dass wir das jetzt, und was auch immer noch kommt überstehen. In diesem Fall ist Widerstand zwecklos.
Annehmen, dass nichts mehr so sein wird, wie es war.
Annehmen, dass die Welt anders sein wird, doch das Leben geht weiter. Dazu ein ergreifender Artikel vom Zukunftsforscher Matthias Horx.

und natürlich Lachen

Es wäre ja kein Artikel von mir, wenn ich euch nicht ans Lachen erinnern würde. Bitte denk an das Lachen, schau dir lustige Filme, auf Youtube lustige Videos an, denk an Situation, in denen du herzlich gelacht hast. Lachen hat eine immense Kraft. Nützde diese.

Den Artikel, wie du der Angst ins Gesicht lachst findest du hier.

Lachen hilft auf jeden Fall, loszulassen und anzunehmen, bei der Konzentration hat es so seine Tücken. Wenn du wirklich herzhaft lachst, kannst du dich nicht konzentrieren, doch auf jeden Fall abschalten und eben loslassen.

Lachübungen, zum alleine Lachen kannst du dir hier herunterladen.
Eine weitere Aufheiterung ist der Lachsalon von meiner lieben Kollegin Moni Müksch.
und LachVitalstoffe findest du hier in unserem online Shop.

also denk dran – konzentrieren – loslassen – annehmen – lachen!

lachende Grüße und bleib gesund!

Corona und Kite surfen